Berufsgeschichte der Diätassistenten

Bei der Visite

Diätetik, die Lehre vom Einsatz von Nahrungsmitteln, hat eine lange Tradition. Das Wissen über die Wirkung von bestimmten Nahrungsmitteln oder einer besonderen Ernährungsform (Diät) zur Heilung und Linderung von Krankheiten wurde über Jahrhunderte in allen Kulturkreisen weitergegeben.

Diätassistenten entwickelten sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts aus den Krankenschwestern (heute Gesundheits- und Krankenpfleger) und geben dieses theoretische und praktische Wissen von Diätetik und Ernährung weiter.

Der Weg zum heutigen Berufsbild

Diätlehrküche

Bereits zum Ende des 19ten Jahrhunderts war der Bedarf nach Fachkräften im Bereich Diätetik groß, so dass begonnen wurde, sogenannte "theoretische Köchinnen" auszubilden, die Diätpläne berechnen konnten. Die Ausbildung war sehr aufwendig und wurde eingestellt, da ein Arzt ganz individuell eine theoretische Köchin ausbildetete.

Die stürmische Entwicklung der Ernährungswissenschaften und der Bedarf, die neuen Erkenntnisse zu verwerten, führen Anfang des 20ten Jahrhunderts dazu, dass ein neuer Beruf entsteht: die Diätschwester. Dies waren Krankenschwestern, die neben der Pflege auch für die Beköstigung der diätbedürftigen Kranken zuständig waren. Sie stellten in den Teeküchen der Stationen Diätkost nach individueller Kostverordnung her. Aus Richtlinien und Arbeitsanleitungen für diese Arbeit entwickelte sich eine Zusatzausbildung.

Von der Diätschwester zur Diätassistentin

Unterricht bei der Diätküchenleiterin

Die Anforderungen steigen. In den zwanziger Jahren entstehen die ersten Diätschulen. Die Berufsbezeichnung Diätassistentin setzt sich durch. Die Ausbildung dauerte zwei Jahre. "Krankenschwestern" konnten die Ausbildung auf ein Jahr verkürzen. Die Diätassistentin war persönliche Mitarbeiterinnen des Arztes und dessen "rechte Hand" bei der Überwachung und Herstellung der Diäten. 1937 erhält der Beruf des Diätassistenten die staatliche Anerkennung.

Nach Ende des zweiten Weltkrieges entwickelt sich der Beruf der Diätassistentin Ost und West zunächst gleich weiter, wird dann aber in den 70er Jahren in der DDR auf drei Jahre angehoben. In der BRD gehen die Bundesänder eigene Wege. Die Ausbildungsdauer liegt zwischen zwei und vier Jahren. Erst mit der bundesrechtlichen Reglung des Berufes 1973 wird die Ausbildung bundeseinheitlich auf zwei Jahre festgelegt. Seitdem setzte sich der VDD für die Verlängerung der Ausbildung ein, was aber erst mit der Wiedervereinigung Deutschlands gelang. Im Jahre 1994 wird die Ausbildung bundesweit auf drei Jahre festgelegt.

Die Berufsgeschichte seit 1945

Die Zukunft: von der Diätassistentin zur Diaetologin ...

Diätassistentin in der Ausbildung

Aufgrund der sich geänderten Anforderungen an den Beruf und durch gesetzlich festgelegten Ausbildungszielen der Berufgruppe der Diätassistenten sowie des immer enger zusammenwachsenden Europas setzt sich der VDD für die Akademisierung der Berufgruppe und die Änderung der Berufsbezeichnung ein. Favorisiert wird der bereits seit 2005 in Österreich verwendete Berufstitel Diaetologe.

Die berufsgeschichtlich verwandten und mit den deutschen Diätassistenten vergleichbaren Berufsgruppen der Ernährungsberater HF/FH in der Schweiz führten bis 1985 den Berufstitel Diätassistenten. Die österreichischen Diaetologen führten bis zum Jahr 2005 den Berufstitel Dipl. Diätassistenten & Ernährungsmedizinischer Berater, davor nannten sie sich ebenfalls Diätassistent.