Ausbildung zur Diätassistentin und zum Diätassistenten

Diätassistenten gehören zu den bundesrechtliche geregelten, nichtärztlichen Heilberufen (auch Gesundheitsfachberuf, Medizinalfachberuf), d.h. der Gesetzgeber hat auf Grundlage des Artikel 74, Nr. 19 des Grundgesetzes die Gesetzgebungskompetenz.

Der Beruf und die Ausbildung zur Diätassistentin und zum Diätassistenten sind im Gesetz über den Beruf der Diätassistentin und des Diätassistenten (DiätAssG) von 1994 geregelt.

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Sie darf ausschließlich an einer staatlich anerkannten Schule durchgeführt werden und schließt mit einer mündlichen, schriftlichen und praktischen Prüfung ab. Das Ausbildungsziel ist im Diätassistentengesetz von 1994 wie folgt formuliert:

"... Die Ausbildung soll entsprechend der Aufgabenstellung des Berufs insbesondere die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die zur eigenverantwortlichen Durchführung diättherapeutischer und ernährungsmedizinischer Maßnahmen auf ärztliche Anordnung oder im Rahmen ärztlicher Verordnung wie dem Erstellen von Diätplänen, dem Planen, Berechnen und Herstellen wissenschaftlich anerkannter Diätformen befähigen sowie dazu, bei der Prävention und Therapie von Krankheiten mitzuwirken und ernährungstherapeutische Beratungen und Schulungen durchzuführen. ..." (Abschnitt 2, Diätassistentengesetz, 1994)

Das erfolgreiche Bestehen der Ausbildung berechtigt zum Führen des gesetzlich geschützten Titels "Diätassistentin/Diätassistent". Die bestandene Ausbildung ist die Voraussetzung zur Zulassung im (europäischen) Ausland auf Grundlage der Europäischen Direktive 2005/36/EC Anerkennung von Berufsqualifikationen. Diese Richtlinie ist entscheiden, da im europäischen Ausland ausschließlich Diätassistenten (engl. Dietitian) im Bereich der Diättherapie und Ernährungsberatung tätig sind. Des Weiteren ist die abgeschlossene Ausbildung notwendig für den Erwerb des VDD-Fortbildungszertifikat, welches die Abrechnung mit den Krankenkassen auf Grundlage des §§ 20 und 20a SGB V ermöglicht. Weitere Fort- oder Weiterbildungsmaßnahmen sind für Diätassistenten nicht notwendig (vgl. Leitfaden Prävention, 2008).

Die Ausbildung und die berufliche Tätigkeit der Diätassistenten richtet sich nach den neuesten Erkenntnissen aus Forschung und Wissenschaft, aber auch nach den aus Erfahrung gewonnenen Erkenntnissen, den gesellschafts-/ sozialwissenschaftlichen Verhältnissen und den damit verbundenen rechtlichen Erfordernissen der Patientenversorgung. Die im VDD organisierten AGs und Komitees arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Berufbildes. Diese Zielsetzung hat der VDD auch in seinen Berufsrichtlinien formuliert. Demnach wird das Berufsprofil der Diätassistenten den aktuellen (wissenschaftlichen und gesellschaftlichen) Entwicklungen kontinuierlich angepasst. Hauptaugenmerk gilt dabei der Ernährung des Kranken und Gesunden, die immer der jeweils aktuellen und wissenschaftlich hinreichend gesicherten Lehrmeinung basieren und einheitlichen Beratungsstandards entsprechen soll.