03.05.2019 15:40

VDD-Bundeskongress 2019: Reform der Berufsgesetze im Fokus

Kategorie: News

 

Diätassistenten fordern Therapievorbehalt in der Ernährungsberatung von kranken Menschen

Erst wenige Wochen ist es her, dass ein wichtiger Beschluss des Obersten Gerichtshofs (OGH) in Österreich bekannt wurde, wonach in der Ernährungsberatung und -therapie von Menschen mit Erkrankungen ausschließlich Diaetologen und Ärzte tätig sein dürfen. Der Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD) beruft sich auf diese Entscheidung und forderte beim diesjährigen Bundeskongress in Wolfsburg den Tätigkeitsvorbehalt auch für die Diätassistenten hierzulande.

Vor allem angesichts der anstehenden Neuregelung der Berufsgesetze für Therapieberufe hat der Beschluss des OGH in Wien auch für Deutschland Bedeutung. Uta Köpcke, die Präsidentin des Verbandes der Diätassistenten in Deutschland (VDD), sagte dazu bei der Eröffnung des VDD-Jahreskongresses in Wolfsburg: „Auch in Deutschland brauchen wir den Therapievorbehalt für Diätassistenten und gleichwertig ausgebildete Fachleute. Wir erwarten bis Ende 2019 von der Bund-Länder-Kommission für die anstehende Reform der Berufsgesetze eine klare Positionierung zugunsten der Patientensicherheit. Jetzt ist die Chance da, grundlegend etwas zu ändern. Der Handlungsdruck auf die Politik steigt.“

In Deutschland tummeln sich viele sog. Ernährungsberater ohne gesicherte Ausbildung auf dem Markt. Der Begriff Ernährungsberater ist nicht geschützt, geschweige denn durch eine Ausbildung geregelt. „Im VDD bekommen wir immer wieder Kenntnis von Fällen, wo insbesondere kranke Menschen – von manchmal dubiosen Ernährungsberatern – aufs Krasseste fehlerhaft beraten worden sind“, weiß Uta Köpcke. Da sei viel Unwissen unterwegs und das habe bei onkologischen Patienten, Menschen mit Adipositas oder spezifischen Stoffwechselerkrankungen mitunter fatale Folgen. Die Patientensicherheit müsse deshalb das Maß aller Dinge sein, so Köpcke. Der Therapievorbehalt sei der entscheidende Baustein zu erkennen, wer kompetent beraten könne und dürfe.

Das Pendent zu den österreichischen Diaetologen sind in Deutschland die Diätassistenten, nämlich der einzige reglementierte Therapieberuf, der auf ärztliche Anordnung Ernährungstherapie bei kranken Menschen durchführen darf. Dafür gibt es klare gesetzliche Regelungen, auch wenn der Beruf – im Gegensatz zu Österreich – nicht (voll) akademisiert ist und ein Therapievorbehalt bislang fehlt. Daher müssen die Berufsgesetze, wie das neu zu formulierende Diätassistentengesetz, künftig für mehr Patientensicherheit sorgen. Jetzt ist es Zeit, die Standards neu zu definieren und auch die Anerkennung gleichwertiger Abschlüsse zu regeln.

Die Haltung des VDD ist klar: Nur wenn der Therapievorbehalt für die Experten in Sachen Ernährungstherapie festgeschrieben wird, ist kranken Menschen eine sichere und qualifizierte Ernährungstherapie  zu garantieren. Der VDD wird diesbezüglich auf die Verbände der Ökotrophologen und Ernährungsmediziner zugehen, da hierbei ein Schulterschluss wichtig und sinnvoll wäre. In Österreich hat der OGH ein- für allemal klar gemacht: Diaetologen sind die einzige Berufsgruppe im Bereich der Ernährungsberatung, die neben Ärzten und auf ärztliche Anordnung kranke und krankheitsverdächtige Menschen (z.B. bei Diabetes, Krebs, Adipositas u.a. Krankheiten) ernährungstherapeutisch beraten und behandeln darf. Das sollte künftig auch in Deutschland gelten.

Pressekontakt:
Uta Köpcke | Präsidentin VDD e.V.
Tel.: 0201 9468 5370, mobil : 0152 31803383
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