12.11.2021 11:52

Diabetes verhindern, Diabetes behandeln – mit individueller Ernährungstherapie!

Kategorie: News, Archiv

 

Der VDD erklärt zum Weltdiabetestag am 14. November: Diabetiker benötigen eine individuelle Ernährungstherapie. Die wird jedoch von den Krankenkassen bislang nur teilweise finanziert. Das muss sich ändern, fordert der Berufsverband der Diätassistenten VDD.

In Deutschland haben derzeit mehr als 7 Mio. Menschen Diabetes, die meisten leiden am Diabetes Typ 2.[1] Und es werden jedes Jahr mehr. Schätzungen gehen davon aus, dass es 2040 hierzulande 12 Mio. Betroffene werden könnten. Der Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V. (VDD) appelliert an Politik und Krankenkassen, endlich mehr für Diabetiker und Diabetikerinnen zu tun: Die individuelle Ernährungstherapie sei vollständig zu finanzieren, schließt sich VDD-Präsidentin Uta Köpcke der Forderung von Fachorganisationen und Patientenverbänden an.

Gefordert wird eine individualisierte Ernährungstherapie auf breiter Linie:

·         Die Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes sieht diesen persönlichen Behandlungsansatz ohnehin bereits jetzt vor.

·         „One size fits all“ passe in der Diabetologie nicht, meint auch Professor Dr. Andreas Fritsche, Vizepräsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

·         Eine individualisierte Ernährung beuge Blutzuckerentgleisungen am besten vor, nimmt die Deutsche Diabetes-Hilfe ebenfalls klar Stellung. Sie fordert die vollständige Erstattung einer individualisierten Ernährungstherapie.

Ernährungstherapie von Spezialisten

Geleistet werden kann sie nur von speziell dafür ausgebildeten Ernährungsfachkräften, wie es Diätassistenten sind. Unabhängig von der Medikation, stellt bedarfsgerechte Ernährung der Betroffenen eine elementare Säule für eine erfolgreiche Therapie dar. Um diese zu erreichen -, ist eine individuelle ressourcenorientierte Ernährungstherapie notwendig, insbesondere bei häufig auftretender Multimorbidität.

Und das braucht Expertise: „Überall sonst – beispielsweise bei der Reparatur eines Autos – ist es selbstverständlich, dass wir Spezialisten mit der Arbeit betrauen. Das muss erst recht in Sachen Gesundheit und natürlich auch für das Feld der Ernährungsberatung und -therapie gelten“, sagt Uta Köpcke. „Da reichen keine allgemeinen Ernährungsempfehlungen. Diabetes ist eine chronische Erkrankung mit häufig zunehmenden Beschwerden. Wir als Diätassistenten können ihr jedoch erfolgreich mit ernährungstherapeutischen Behandlungsansätzen begegnen, da wir diese auf den individuellen Bedarf, Bedürfnisse und Lebensumstände des Diabetikers abstimmen.“

 

Mit Prävention lässt sich im Vorfeld viel tun

Auch in der Vorbeugung sind Diätassistenten die richtigen Ansprechpartner. Ein hoher Prozentsatz der Diabetes-Typ 2-Fälle wären durch eine rechtzeitige Veränderung des Lebensstils zu verhindern[1]. Familie und berufliches Umfeld spielen dabei eine wichtige Rolle.

Eine gelingende Versorgung bedarf sowohl der Verhaltens- als auch der Verhältnisprävention. Also: Verringerung von Übergewicht und Adipositas durch mehr Eigenverantwortung für Bewegung und eine gesunde Ernährung sind Schlüsselfaktoren. Aber auch die politischen Rahmenbedingungen (Lebensmittelkennzeichnung, steuerliche Vorgaben, Ernährungsbildung usw.) sind von erheblicher Bedeutung.

 

Kontakt für die Presse:                                   Uta Köpcke | Präsidentin VDD e.V.
Tel.: 0201 9468 5370, mobil : 0152 31803383
Mail:
uta.koepcke@vdd.de

 

Hintergrund:

Weltweit leben 537 Mio. erwachsene Menschen mit Diabetes, das sind 10 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung. Mehr als die Hälfte aller Diabetes-Typ 2-Erkrankungen ließe sich durch eine gesunde Lebensführung verhindern.

Diabetiker haben ein bis zu 2,6-fach erhöhtes Risiko für einen frühen Tod, ihre Lebenserwartung ist um 5 bis 6 Jahre geringer als bei Menschen ohne Diabetes. Die Corona-Pandemie hat auf bittere Art gezeigt, dass Diabetes-Erkrankte einem erheblich höheren Risiko für einen schweren Verlauf bei einer Corona-Infektion ausgesetzt sind als Menschen ohne diese Grunderkrankung.

Die aktuellen Zahlen – 7 Mio. Diabetiker in Deutschland – sind nur die Spitze des Eisbergs. Viele Diabetikerinnen und Diabetiker sind unerkannt unterwegs. Das heißt, sie wissen nicht von ihrer Erkrankung. Mit teilweise erheblichen gesundheitlichen Folgen, Herz- oder Niereninsuffizienz, Gefäßkrankheiten, Fußproblemen, Augenerkrankungen bis hin zur Blindheit u.v.m.

Ernährungsbezogene Diabetestherapie, Schulungen und Präventionsangebote bedürfen einer hohen fachlichen Expertise. Diätassistenten bringen diese Expertise von Hause aus mit: Der Beruf der Diätassistenten ist der einzige Heilberuf im Bereich der Ernährung. Somit sichert eine gesetzliche Grundlage die Qualifikation zur ernährungstherapeutischen und präventiven Tätigkeit dieser Berufsgruppe.

Der VDD bietet in Kooperation mit dem Save Nutrition Network zertifizierte Schulungen im Bereich der individuellen Prävention nach § 20 und § 20a SGB V (Sozialgesetzbuch V) an und ist mit diesen Kurskonzepten auch im Betrieblichen Gesundheitsmanagement unterwegs. Diese Präventionskonzepte sind ZPP-zertifiziert und von den Krankenkassen anerkannt.