19.11.2021 12:16

VDD fordert mit Verbändebündnis von der Landesregierung Baden Württemberg „Schulgeldfreiheit in Gesundheitsberufen wie versprochen jetzt umsetzen!“

Kategorie: News

 

In einem offenen Brief an die Mitglieder des Landtages hat das Verbändebündnis „Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsberufen“ diese Woche auf die im Entwurf des Staatshaushaltsplan Baden-Württemberg nicht ausreichend eingestellten Finanzmittel reagiert. Die Landesregierung hat mit dem Koalitionsvertrag 2021 das Versprechen gegeben die Schulgeldfreiheit für die Ausbildung in den Therapieberufen umzusetzen. Noch vor wenigen Wochen wurde von den beiden Landtags-Fraktionen von Bündnis 90/DIE GRÜNEN und der CDU in Gesprächen mit den Verbänden 10 Millionen zur Finanzierung in Aussicht gestellt, um die Schulgeldfreiheit zumindest teilweise umzusetzen. Nach Berechnungen der Gesundheitsberufe und der Schulverbände wäre für die komplette Schulgeldfreiheit aller Therapieberufe (Ergotherapie, Logopädie, Podologie, Massage, Physiotherapie, Diätassistenz) eine zusätzliche Förderung von ca. 19 Millionen Euro/Jahr erforderlich. Inzwischen ist bekannt geworden, dass im Planansatz jetzt nur noch insgesamt 4,5 Millionen eingestellt worden sind. Damit bleibt Baden-Württemberg weiterhin das einzige Bundesland im Südwesten ohne Schulgeldfreiheit. Alle angrenzenden Bundesländer wie Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen haben längst die Schulgeldfreiheit umgesetzt. Viele Schüler*innen wandern daher in die anderen Bundesländer ab, was dazu führt, dass Baden-Württemberg als Ausbildungsstandort weiter gefährdet ist. Eine weitere Tatsache ist, dass es an den Schulen des Landes (Universitätskliniken) nicht nur längst Schulgeldfreiheit gibt, sondern dort auch noch eine monatliche Ausbildungsvergütung von rund 1100 Euro gezahlt wird. Diese Ungleichbehandlung von Schüler*innen, die zur Sicherung der Patient*innenversorgung in den systemrelevanten Gesundheitsberufen dringend gebraucht werden, muss umgehend durch die flächendeckende Einführung der Schulgeldfreiheit zumindest gelindert werden.

 

Brief an Mitglieder des Landtages hier