VDD erhält Rückendeckung

In der Debatte um die Anerkennung der Diättherapie als Heilmittel, die Akademisierung der Diätassistenten sowie die Änderung der Berufsbezeichnung bewegt sich offenbar etwas. Das stellten Vertreter von Politik und Gesundheitswesen beim VDD-Bundeskongress in Aussicht.

Weder Politik noch Vertreter der Ärzteschaft oder der Krankenkassen wollen auf das Fachwissen der Diätassistenten verzichten. Das könne man sich nicht leisten, waren sich die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion einig, die der Verband der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband e. V. (VDD) bei seinem diesjährigen Bundeskongress in Wolfsburg veranstaltete.

Dabei wurde deutlich, wo der Schuh drückt: Kompetenz und Leistung der Diätassistenten als ernährungstherapeutischer Heilberuf spiegeln sich derzeit weder in der Berufsbezeichnung noch in Stellenbesetzung und Bezahlung wider. Viel hängt an der mangelnden Anerkennung der Diättherapie als Heilmittel.

Die scheidende VDD-Präsidentin Doris Steinkamp wies genau darauf hin. Es sei nach wie vor ein großes Problem, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nicht in Sachen Heilmittel entschieden habe. Das wird sich offenbar aber ändern: Nach 12 Jahren Stillstand zeigte sich Dr. Regina Klakow Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA, zuversichtlich, dass das Verfahren jetzt nach Abschluss der Methodenbewertung weitergeht, um die Diättherapie für erste Indikationen freizugeben.

Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein und Bundestagsabgeordneter (CDU) machte sich dafür stark, dass Patienten künftig eine Ernährungstherapie genauso selbstverständlich in Anspruch nehmen können wie eine Physiotherapie nach einer Hüftoperation.

Auch die VDD-Forderungen nach einer Akademisierung des Berufes sowie der Änderung der Berufsbezeichnung trafen auf Widerhall: Die Vorsitzende im Gesundheitsausschuss des Bundestages Dr. Carola Reimann (SPD) unterstützt diese Anliegen: „Man braucht auch die akademische Facette, um die Wirksamkeit einer Therapie nachzuweisen.“ Sie gab den Diätassistenten Recht, die jetzige Berufsbezeichnung spiegele nicht im Mindesten die hohe Qualifikation des Berufes, Patienten müssten auf Anhieb eine seriöse Diättherapie und Ernährungsberatung erkennen können. Sie rief den Zuhörern zu: „Sie müssen den ‚Assistenten‘ loswerden!“

Ein großes Problem ist zudem die internationale Vergleichbarkeit: Nicole Ericson, Dietitian aus den USA mit Spezialgebiet Onkologie, schilderte sehr eindrucksvoll ihre Schwierigkeiten bei der Anerkennung ihrer Qualifikationen in Deutschland sowie bei der Suche nach einem spezialisierten Arbeitsplatz. „Wenn Deutschland international ankommen will, muss es sich schneller bewegen“, sagte sie.