Diätassistenten: Kooperationen unumgänglich

Um den vielfältigen ernährungsbedingten Krankheiten begegnen zu können, setzen die Diätassistenten auf die Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe. 1500 Diätassistenten kamen zum Jahreskongress nach Wolfsburg.

Dr. Carola Reimann (MdB),Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages, informierte sich beim VDD-Bundeskongress in Wolfsburg. Rechts im Bild VDD-Präsidentin Doris Steinkamp (Foto: Luise Richard).

Wolfsburg (23.4.2012) "Fakt ist: Es besteht ein Fachkräftemangel im Gesundheitswesen. Wir sind ein Gesundheitsberuf, der bereit steht und sich einbringen kann und will. Nur müssen die Rahmenbedingen stimmen." Das sagte Doris Steinkamp, Präsidentin des Verbandes der Diätassistenten (VDD) - Deutscher Bundesverband in ihrer Eröffnungsrede beim Jahreskongress des Verbandes am Freitag in Wolfsburg. Sie appellierte damit an die Politik, die Expertise der Diätassistenten anzuerkennen und ihnen im Gesundheitswesen den gebührenden Stellenwert einzuräumen. Die Aufnahme der Diättherapie in den Heilmittelkatalog sei nur ein Beispiel, wo der Berufsverband der Diätassistenten dringend Handlungsbedarf sehe. Es könne nicht sein, dass eine Adipositas-Operation eher genehmigt werde als eine konservative Behandlung mit Diättherapie, so Steinkamp.

In Krankenhäusern und Praxen setzen die Diätassistenten auf Kooperationen mit den anderen Gesundheitsberufen. Pflegende und medizinische Fachangestellte seien die ersten Ansprechpartner der zunehmend multimorbiden Patienten, die diese im Verlauf einer Behandlung an die Diätassistenten weiterverwiesen. Das sei letztlich zum Nutzen der Patienten, so Steinkamp. Carola Reimann, die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, nahm die Anmerkungen aufmerksam auf. Sie war nach Wolfsburg gekommen, um sich ein Bild von der Arbeit der Diätassistenten zu machen.

Der Bundeskongress selbst ist Spiegelbild der vielfältigen Kooperationen des VDD mit anderen Verbänden oder Fachgesellschaften: Er fand zum wiederholten Mal in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der deutschen Ernährungsmediziner (BDEM) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) statt. Unterstützt wurde der Kongress auch von der europäischen Dachorganisation der Diätassistenten EFAD sowie der European Public Health Alliance (EPHA). Mit rund 1500 Teilnehmern kamen mehr Diätassistenten nach Wolfsburg als im vergangenen Jahr. Auch die begleitende Fachausstellung mit gut 70 Ausstellern sowie die erstmals durchgeführten Industriesymposien am Vortag spiegelten das große Interesse und den guten Ruf, den diese Fach- und Fortbildungsveranstaltung genießt.

Die VDD-Mitgliederversammlung beschloss eine neue Organisationsstruktur mit künftig Fachgruppen und Referaten, die unter anderem eine deutlich größere Mitwirkung der Mitglieder ermöglicht.