Vortrag beim Bundeskongress: „Ernährungsmedizinische Komplexbehandlung“ kann neuerdings kodiert werden

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat in der OPS Version 2019 jetzt auch einen Kode für die „Ernährungsmedizinische Komplexbehandlung“ aufgeführt.

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) aktualisiert jährlich die Ziffern und Abrechnungskodizes für bestimmte medizinische Leistungen in Kliniken. Unter der Ziffer 8-98j sind jetzt die generellen Voraussetzungen und Mindestmerkmale für die Kodierung „Ernährungsmedizinische Komplexbehandlung“ beschrieben, die für alle Patienten gelten, auch für die Behandlung von intensivmedizinisch versorgten Patienten.

Zu den Mindestmerkmalen gehören u.a. ein Ernährungsteam in der Klinik mit hoher Verfügbarkeit (Ernährungsmediziner plus Diätassistent oder Oecotrophologe), ein standardisiertes Ernährungsscreening nach Aufnahme sowie ein standardisiertes ernährungsmedizinisches Basisassessment zu Beginn der Behandlung. Außerdem ist ein individueller Behandlungsplan inkl. Verlaufs- und Zielkontrolle und Empfehlungen für den weiterversorgenden Arzt oder Dienstleister dafür vorgeschrieben. Die Details (z.B. zur Ernährungsanamnese, zur Handkraftmessung, zur Bestimmung der Körperzusammensetzung und zur Energie- und Nährstoff-Bedarfsermittlung) sind der OPS-Version 2019 zu entnehmen.

Beim VDD-Bundeskongress 2019 in Wolfsburg wird es dazu einen Sondervortrag geben. PD Dr. Michael Adolph und Diätassistentin Daniela Schweikert, Nutrition Support Team der Uniklinik Tübingen, referieren am 3. Mai 2019 um 11 Uhr im Kleinen Saal des CongressParks in Wolfsburg. Im Mittelpunkt stehen wichtige Fragen: Welche Bedingungen sind zu erfüllen, um die Ernährungstherapie kodieren zu können? Warum sollte man auf alle Fälle kodieren? Und wie schnell ist mit einer Erlösrelevanz zu rechnen?

Ein brandaktuelles Thema, das von großer Bedeutung für die bessere Verankerung von Ernährungstherapie in Kliniken ist. Jetzt kommt es darauf an, dass möglichst viele Kliniken die geforderten Strukturen schaffen, um die Leistungen kodieren und abrechnen zu können. Je mehr Häuser den Kode anwenden, umso wahrscheinlicher ist es, dass sich der OPS etabliert und ab 2020 erlösrelevant wird.