VDD-Kongress: Miteinander arbeiten – voneinander lernen

Auch in diesem Jahr werden wieder rund 1.300 Diätassistenten und Ernährungsmediziner zum VDD-Kongress in Wolfsburg am 3. und 4. Mai 2019 erwartet. Parallel zum Fachprogramm können sich die Ernährungsexperten in der begleitenden Ausstellung bei mehr als 60 Unternehmen der Branche über die neuesten Trends und Produkte informieren. Über allem steht das Leitthema ‚Miteinander arbeiten – voneinander lernen‘, das die interprofessionelle Zusammenarbeit und das Patientenwohl in den Fokus rückt.

Congress Park Wolfsburg

Der CongressPark in Wolfsburg ist seit mittlerweile mehr als zehn Jahren zum Treffpunkt von Diätassistenten, Ernährungsmedizinern und weiteren Experten in Sachen Ernährungsberatung und Ernährungstherapie geworden. So ist es auch wieder beim VDD-Kongress am 3. und 4. Mai 2019: Unter dem Titel Miteinander arbeiten – voneinander lernen stehen die vielfältigen Kooperationen des Verbandes der Diätassistenten (VDD), der interdisziplinäre Ansatz in der Ernährungstherapie und die Zusammenführung der diversen Spezialkenntnisse unterschiedlicher Berufsgruppen im Mittelpunkt.

Neue Kooperation zur Inklusion
Ein besonders spannendes Beispiel von gegenseitigem Lernen ist in diesem Jahr die gemeinsame Session von VDD und Special Olympics Deutschland (SOD). Die Veranstaltung zum Thema Inklusion findet am Samstag, den 4. Mai 2019, von 11 bis 12.30 Uhr statt: „Dysphagien bei Menschen mit geistiger Behinderung“. Vertreter von SOD und ein Betroffener sind zu Gast und schildern aus erster Hand, was Diätassistenten wissen und bei ihrer Therapie berücksichtigen müssen. Denn wer nicht verstanden wird, kann auch keine Mitarbeit des Patienten erwarten.

„Wir arbeiten je nach Setting mit Menschen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen zusammen. Von und mit ihnen, aber auch von unseren Klienten können wir viel lernen“, so VDD-Präsidentin Uta Köpcke. Im Anschluss an die Veranstaltung unterzeichnen die Verantwortlichen von VDD, SOD und der beteiligten Organisation CD Health Promotion – Gesunde Lebensweise eine Kooperationsvereinbarung.

„Fachliche Kompetenzen allein reichen schon lange nicht mehr“, sagt VDD-Präsidentin Uta Köpcke dazu. „Genauso wichtig sind soziale und methodische Kompetenzen, unternehmerisches Handeln und das professionelle Agieren aller Akteure.“ Gemeinsames Handeln ist in der Ernährungsmedizin essenziell, immer mit dem Ziel, über die klassische Patientenversorgung hinaus das Wohl des Patienten zu garantieren und hohe Standards in der Ernährungstherapie zu gewährleisten.

Wichtig ist dabei Transparenz und – analog zu Österreich – ein vom VDD geforderter Therapievorbehalt für Diätassistenten, damit Patienten auf Anhieb erkennen können, wer sie kompetent berät.

Wichtig ist dabei Transparenz und – analog zu Österreich – ein vom VDD geforderter Therapievorbehalt für Diätassistenten, damit Patienten auf Anhieb erkennen können, wer sie kompetent berät.

Ernährungsberater ist nämlich keine geschützte Berufsbezeichnung, Diätassistent dagegen ist ein Heilberuf, gesetzlich definiert, geprüft und geschützt. Aus- und Fortbildung stehen bei Diätassistenten hoch im Kurs. Allein im vergangenen Jahr führte der VDD 15 differenzierte Fortbildungen und längere Zertifizierungskurse durch. Mehr als 500 Diätassistenten erlangten ein Fortbildungszertifikat, 100 Berufsanfänger ließen sich vom VDD zertifizieren. Dass die Frage nach der Qualität der Beratung für Patienten wie Kostenträger eine ganz essenzielle ist, zeigt sich an der Vielzahl der Anfragen im vergangenen Jahr. Bei den mehr als 10.000 Anfragen an die Geschäftsstelle gehörten die Suche der Patienten nach einem qualifizierten Diätassistenten oder einer qualifizierten Diätassistentin, das Thema Heilmittel sowie diätetische Fragen zu Lebensmitteln zu den häufigsten Themen.

Aktuell in das Kongressprogramm aufgenommen wurde der neue Kode „Ernährungsmedizinische Komplexbehandlung“, den das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in diesem Jahr als abrechnungsfähige Ziffer für bestimmte medizinische Leistungen in Kliniken in der OPS-Version 2019 ergänzt hat. Ernährungstherapie in Kliniken kann demnach künftig bei bestimmten Voraussetzungen erlösrelevant werden. Dazu gibt es ein eigenes Forum am Samstag, den 4. Mai um 13.30 Uhr.

Und es gibt vieles mehr. Evidenzbasierte Praxis, mit ernährungsmedizinischem Therapiemanagement, Beratung, Monitoring und Evaluation gemäß German Nutrition Care Process (G-NCP), Clinical Nutrition bei Kurzdarmsyndrom, betriebliches Gesundheitsmanagement und Prävention, Essstörungen sowie Ernährungstherapie bei besonderen Erkrankungen von A wie Adipositas über M wie Multiple Sklerose bis hin zu R wie Rheuma. Die Kongressthemen spiegeln die große Bandbreite des Tätigkeitsfeldes Ernährungstherapie und die hohe Expertise der beim Kongress versammelten Diätassistenten und Ernährungsmediziner wider.

Bereits am Vortag (2. Mai ab 13.30 Uhr) finden Vorsymposien statt: Darin geht es um die Analyse der Körperzusammensetzung in der Ernährungstherapie (Bio-Impedanz-Analyse BIA) sowie um neue Erkenntnisse zur Stoffwechselerkrankung PKU. Großen Zuspruch haben zudem zwei Workshops „Genießen macht Spaß – Genussvoll erfolgreich in der Ernährungsberatung“, erfahren. Sie waren schon weit vor Kongressbeginn ausgebucht.

In seinem ebenso provokanten wie humorvollen Festvortrag Vernunft ist doch kein Argument – die Irrationalität der Ernährung beschäftigt sich Frédéric Letzner, Speaker für Gesundheit & Ernährungspsychologie, am ersten Kongresstag mit den Fragen: Wie erreicht man schwierige Zielgruppen? Wie kann man sie packen und begeistern und letztlich zu einer Verhaltensänderung motivieren? Lebensnah vermittelt er, dass es bei der Arbeit mit Menschen längst nicht nur um die Informationsvermittlung geht.

Herausragende Verdienste um den Beruf würdigt der VDD bereits zum zweiten Mal mit der Verleihung des VDD-Awards. Das Geheimnis, wer ihn diesmal erhält, wird jedoch erst in Wolfsburg gelüftet.

Bei der Mitgliederversammlung des VDD am Vorabend des Kongresses bewerben sich VDD-Präsidentin Uta Köpcke sowie die beiden Vizepräsidenten Sabine Ohlrich-Hahn und Matthias Zöpke erneut um das Vertrauen der VDD-Mitglieder und um das Mandat für die nächsten drei Jahre.

Pressekontakt:
Uta Köpcke | Präsidentin VDD e.V.
Tel.: 0201 9468 5370, mobil : 0152 31803383
Mail: uta.koepcke@vdd.de