Zum Welternährungstag der Vereinten Nationen am 16. Oktober

VDD: Mangelernährung weltweit bekämpfen

„Gesunde Ernährung – für eine Welt ohne Hunger“. Unter diesem Motto steht der diesjährige Welternährungstag der Vereinten Nationen am 16. Oktober 2019. Ausreichende und ausgewogene Nahrung ist ein Menschenrecht. Darauf weist auch der Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD) hin. „Zu wenig Nahrung, eine nicht ausgewogene Ernährung bis hin zu einer häufig verdeckten Mangelernährung sind jedoch weltweit ein Problem“, weiß Uta Köpcke, Präsidentin des VDD. „Auch in den entwickelten Ländern sind zahlreiche Menschen, selbst bei Übergewicht und Adipositas, mangelernährt.“

VDD-Präsidentin: „Unter- und Mangelernährung systematisch verhindern“
Es gehe nicht nur darum, die Menschen satt zu bekommen, sagt die VDD-Präsidentin Uta Köpcke, sondern ganz wesentlich auch darum, den Menschen eine bedarfsgerechte und ausgewogene Ernährung zu garantieren. Dazu gehöre es selbstverständlich, Mangelernährung überall und systematisch zu verhindern.
In Deutschland sind mehr als 50 Prozent der Erwachsenen übergewichtig bzw. adipös. Kommt es dann zu einer zehrenden Erkrankung oder zu altersbedingter Minderversorgung, fällt das zunächst nicht so deutlich auf. „In einer Gesellschaft mit einem hohen Anteil an übergewichtigen und adipösen  Menschen wird Gewichtsreduktion häufig als sehr positiv bewertet“, sagt Uta Köpcke. „Gesehen wird dann nur der vermeintlich immer noch „zu dicke Patient“. Übersehen wird, dass sich auch bei noch bestehendem Übergewicht ein spezifischer Nährstoffmangel entwickeln kann, der zu einer massiven, aber eben verdeckten Mangelernährung führen kann.“ Das ist - sogar weltweit - bei bis zu 40 Prozent der Patienten in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen der Fall. Die Konsequenzen von Mangelernährung sind u.a. schlechtere Wundheilung, Schwäche und geringere Leistungsfähigkeit, Infektionsanfälligkeit und eine insgesamt schlechtere Heilungsprognose. Eine adäquate frühzeitige Behandlung auf der Basis eines gesicherten Ernährungsassessements durch Diätassistenten könnte dies verhindern helfen. Für den Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband (VDD) ist Mangelernährung ein unhaltbarer Zustand. Für Deutschland fordert der VDD seit langem die Etablierung von systematischen Ernährungsscreenings und ein gezieltes Assessment in Kliniken.

Mangelernährung ist wichtiges Thema beim EFAD-Kongress
Welchen Beitrag Diätassistenten zu einer ausgewogenen und nachhaltigen Ernährung weltweit leisten können und wie Mangelernährung über Ländergrenzen hinweg bekämpft werden kann, diskutieren Diätassistenten aus Deutschland deshalb auch mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa bei der 12. EFAD-Konferenz am 1. und 2. November 2019 in Berlin. Im europäischen Dachverband EFAD sind die Berufsverbände von Diätassistenten aus 29 europäischen Ländern vereinigt. In Zusammenarbeit von Europäischer Gesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN) und EFAD wird ein besonderer Schwerpunkt auf der Umsetzung der Bewertungskriterien für die Diagnose von Unterernährung und der Zusammenarbeit bei Ernährungsrichtlinien liegen.

VDD ruft zur Beteiligung am Nutrition Day auf
Am 7. November findet zudem zum 14. Mal der Nutrition Day statt, bei dem weltweit in Kliniken, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen der Ernährungszustand der Patienten erhoben wird. Dieses eintägige Querschnittsaudit liefert neue Daten für eine der größten internationalen Datensammlungen zur Ernährungsversorgung der Menschen und damit wertvolle Erkenntnisse zur besseren Bewertung und Notwendigkeit der ernährungstherapeutischen Behandlung einer krankheitsbedingte Mangelernährung.
„Wo das Bewusstsein für eine adäquate Ernährung vorhanden ist, können gesunde Menschen besser gesund bleiben und kranke Menschen besser gesund werden“, bringt es Uta Köpcke auf den Punkt. Dafür stehen Diätassistenten weltweit.

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Hintergrund:
Unter- und Mangelernährung sind weltweit wachsende Probleme, Mangelernährung leider – trotz vielfacher Überversorgung – auch in den Industrienationen. Erhebungen zufolge sind hierzulande 25% der Patienten bereits bei der Einweisung ins Krankenhaus mangelernährt. Patienten mit Mangelernährung haben mehr und schwerere Komplikationen, eine gestörte Immuntoleranz und schlechtere Genesungschancen. Sie liegen länger im Krankenhaus und haben eine höhere Sterblichkeit.
Der Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband (VDD) fordert zur Bekämpfung der Mangelernährung in Deutschland die Etablierung von systematischen Ernährungsscreenings und ein gezieltes Assessment in Kliniken. Nur so können Patienten entsprechend ihres jeweils individuellen Bedarfs versorgt werden.
Dazu sind professionelle Ernährungsteams in den Gesundheitseinrichtungen und die Beratung durch Diätassistenten notwendig. Doch die Kliniken haben derzeit noch viel zu wenig Stellen für Diätassistenten eingerichtet. Daran muss sich, so der VDD, im Interesse der Patienten dringend etwas ändern.
▪ Die jährlich stattfindende Konferenz des europäischen Dachverbandes der Diätassistenten EFAD findet in diesem Jahr am 1. und 2. November in Berlin statt. Informationen gibt es im Netz unter https://efadconference.com.
▪ Der Nutrition Day 2019 wird am 7. November 2019 weltweit in 64 Ländern durchgeführt. Informationen dazu enthält die Seite www.nutritionDay.org.


Kontakt für die Presse:  Uta Köpcke | Präsidentin VDD e.V.
Tel.: 0201 9468 5370, mobil : 0152 31803383
Mail: uta.koepcke@vdd.de