Welche wichtigen Änderungen liegen in der überarbeiteten Fassung des Leitfadens für Ernährungsfachkräfte vor?

Im neuen Leitfaden werden noch einmal die neuen Anforderungen an die Anbieter-qualifikationen genannt. Ab 01.10.2020 wurden konkrete Berufsbezeichnungen wie Diätassistent/in oder Dipl.-Oecotrophologe/in herausgenommen.

Neben dem staatlich anerkannter Handlungsfeld-bezogenem Berufs- oder Studienabschluss sind nun Mindeststandards in Bezug auf fachwissenschaftliche, fachpraktische, fachübergreifende Kompetenzen und ggf. die Einweisung in das durchzuführende Programm nachzuweisen. Diese Regelung folgt auch dem europaweiten Bologna-Prozess. Alle Kursleiter/innen, die bis zum 31.12.2020 in der Zentrale Prüfstelle Prävention gelistet sind, haben Bestandsschutz.
Änderungen bei den Kriterien zu Durchführung von Kursen wurden nicht vorgenommen.

Im Kapitel 6 betriebliche Gesundheitsförderung wird nicht mehr explizit auf die Qualifikation des Anbieters verwiesen.Welche Bedeutung hat das?

In den Abschnitten 4 „Lebenswelten“ (Schule, Kita etc.) und 6 „Betriebliche Gesundheits-förderung“ wurden die Querverweise auf die Anbieterqualifikation im Abschnitt 5 „ indivi-duelle Prävention“ herausgenommen.Dies ermöglicht nun auch andern Referenten und Experten zu Zugang zu diesen Präventionsbereichen  (so z.B. Praktikern wie Köchen, Küchenleitern oder Verantwortliche für Hauwirtschaft). Nach dem Wunsch der Kassen soll diese Regelung zusätzlich den Weg für den Einsatz von Multiplikatoren oder geschulten Vertretern aus Peer Groups öffnen, die bisher nicht gefördert werden konnten. Auch gibt es qualifizierte Anbieter, die nicht in der individuellen Prävention tätig sind, und bisher durch das Prüfraster der ZPP gefallen sind.
Die Prüfung der Qualifikation liegt nun in diesen Bereichen bei den einzelnen Kassen. Sie werden sich dabei an den Kriterien der individuellen Prävention („staatlich anerkannter Handlungsfeld-bezogenem Berufs- oder Studienabschluss“) orientieren. Es ist aber keine Zertifizierung durch die ZPP zwingend vorgeschrieben.

Wie wichtig ist das Thema Digitalisierung für die Tätigkeit im Bereich Prävention?

Schon seit mehreren Jahren wurden die Möglichkeiten von digitalen Präventions-Angeboten durch die Kassen erweitert. So gibt es zertifizierte Kurse zur Gewichtsreduktion und gesunden Ernährung. Die Covid-19-Pandemie hat diese Entwicklung natürlich beschleunigt. So können Präventionskurse zurzeit digital oder mit digitalen Anteilen durchgeführt und abgerechnet werden. Zu diesem Thema gibt es eine genaue Beschreibung auf der Internetseite der Zentrale Prüfstelle Prävention.
Zum 01.01.2021 wurde der Abschnitt 7 „Digitale Prävention und Gesundheitsförderung“ in den Leitfaden Prävention aufgenommen. Hier werden Kriterien beschrieben, nach denen in Zukunft digitale Angebote -auch über Kurse hinaus- angeboten werden können. Sie müssen natürlich mittelfristig auch ihre Wirksamkeit nachweisen. Dieser Abschnitt im Leitfaden wird zum 01.70.2021 noch um Baustein für Lebenswelten und betriebliche Gesundheitsförderung erweitert, so dass auch hier zukünftig digitale Module auch über die Corona-Krise hinaus eingesetzt werden können.