Gute Resonanz beim VDD-Bundeskongress

Sehr guten Anklang bei den über 1.300 Diätassistenten und Ernährungsmedizinern fand in diesem Jahr die Themenauswahl des VDD-Bundeskongresses in Wolfsburg. Von Fehl- und Mangelernährung in der Pädiatrie, diättherapeutischen Fragestellungen in Onkologie und Palliativmedizin, Diättherapie bei Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämie), Parkinson und Adipositas bis zu den speziellen Herausforderungen bei erwachsen werdenden Patienten mit Mukoviszidose war das Themenfeld breit gefächert. Neu und aktuell war das Vortragsangebot zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Hier sind Diätassistenten für die Etablierung des Ernährungsmanagements in Unternehmen mit ihrer Fachkenntnis zur Prävention gefragt. 

Mit der Auswahl hatte der VDD offenbar ins Schwarze getroffen, so mussten aufgrund der starken Nachfrage bei einigen Foren Teilnehmer sogar außen vor bleiben. Der Jahreskongress, der in Kooperation mit dem Bundesverband der Ernährungsmediziner (BDEM), der europäischen Dachorganisation EFAD und der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) stattfand, ging nach zwei Tagen am Samstag erfolgreich zu Ende. 

Eine immer größere Aufmerksamkeit der Bevölkerung und in der Folge auch bei den Lebensmittelherstellern und beim Handel erfahren in jüngster Zeit die Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Deshalb rückte der VDD auch dieses Thema besonders in den Blick. Die Experten und Fachkräfte machten deutlich, dass am Anfang immer eine sehr detaillierte Diagnostik stehen muss. Professor Dr. Yurdagül Zopf, Leiterin des Schwerpunktes Ernährung am Universitätsklinikum Erlangen, warnte in diesem Zusammenhang eindringlich vor einer oberflächlichen Diagnostik und einer Laientherapie. Sie verwies bei der Behandlung solch schwerwiegender Erkrankungen auf die Expertise von Medizinern und Diätassistenten im Team. 

Die Diätassistenten erhielten hier ein hochkarätiges Update: Die Vorträge nahmen u.a. die molekulare Allergiediagnostik, pollenassoziierte Kreuzreaktionen sowie bedeutende Ko-Faktoren bei Nahrungsmittelallergie ins Visier. Auch die bevorstehende, zum Ende des Jahres verpflichtend werdende, Allergenkennzeichnung von Lebensmitteln war Gegenstand der Vorträge und Diskussionen.

Der Kongress wurde begleitet durch eine Industrieausstellung, die die Kongressteilnehmer vornehmlich in den Vortragspausen nutzten, um sich bei den knapp 70 Ausstellern über deren hochspezielle diätetische Nahrungsmittel und die neuesten Trends in Sachen Diätetik und Ernährung  zu informieren. 

Bereits am Vortag des Kongresses fanden die kostenlosen Vorsymposien der Unternehmen Unilever Food Solutions (Kulinarische Lösungen für Herausforderungen in der Seniorenverpflegung) und Nestlé Professional GmbH (Convenience und Diätetik/ Die Umsetzung der neuen europäischen Kennzeichnungsvorschriften für Allergene, Zusatzstoffe und Nährwerte) mit jeweils rund 300 Diätassistenten allerbesten Zuspruch.

Bei der VDD- Mitgliederversammlung am Vorabend des Kongresses trat die bisherige VDD-Vizepräsidentin Claudia Krüger (Gevelsberg) von ihrem Amt zurück. Die Nachfolge im Amt wird laut Satzung aus den Reihen der Referatsleiter bestimmt, dies wird in den nächsten Wochen entschieden. 

Silvia Peul-Appelt heißt die diesjährige Trägerin des VDD-Förderpreises für Lebenslanges Lernen. Der mit 500 Euro dotierte Preis wird jährlich vergeben und würdigt herausragende Persönlichkeiten ob ihrer Bemühungen um fortwährende persönliche Qualifikation und Fortbildung. 

Neu war in diesem Jahr die Ausschreibung eines Posterwettbewerbs, der mit zehn angemeldeten Postern ebenfalls großes Interesse bei den Diätassistenten fand. Als Preisträgerin wurde Diätassistentin Britta Wollschläger gekürt: Sie überzeugte mit ihrem neuen Programm ‚Eat fit‘, für das sie das Curriculum schrieb und die Umsetzung in einer Ganztagsschule plante und testete. Ziel dieses Konzeptes ist es, bei übergewichtigen bzw. adipösen Kindern und Jugendlichen der Jahrgangsstufen 5 bis 10 durch eine ausgeklügelte Kombination von Ernährungsteil (mit Kocheinheiten, Einkaufstrainings, Mengenübungen, Geschmackstests und Essverhaltenstraining) sowie Bewegungseinheiten eine Gewichtsreduktion oder mindestens eine Gewichtsstagnation zu erreichen. Die Ergebnisse sind ermutigend, eine Verankerung in den Lehrplänen scheint sinnvoll zu sein.

 

Treffpunkt für Fachgespräche war die begleitende Industrieausstellung beim VDD-Kongress.

 

Auch die Hochschulen Fulda und Neubrandenburg waren beim VDD-Kongress vertreten und informierten Interessierte über die neuen Studiengänge in Diätetik (Fotos: Luise Richard).