Ausgezeichnete Poster

Gute Tradition hat mittlerweile der Posterwettbewerb beim Jahreskongress des Verbandes der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband (VDD). Den 1. Platz belegte in diesem Jahr Diätassistentin Ursula Lukas, die an der Plymouth University in Großbritannien studiert.

„Can intradialytic parenteral nutrition reduce mortality in patients with protein-energy wasting?” lautete die Fragestellung der Metaanalyse. Die Ergebnisse sowie die Posterdarstellung von Ursula Lukas waren so überzeugend, dass die VDD-Juroren Silke Zur (Magdeburg) und Lars Selig (Leipzig) das Poster als bestes von 13 eingereichten Postern beim diesjährigen VDD-Kongress in Wolfsburg am 8. Mai prämierten. Ursula Lukas habe mit der Auswertung vorhandenen Datenmaterials zeigen können, dass die Umsetzung der Ernährungstherapie einen nachweisbaren Effekt auf die Minderung der Sterberate bei erwachsenen Dialysepatienten hat, lobte Silke Zur.

Der Name ‚Protein-Energy Wasting‘ verdeutlicht, dass diese Patienten nicht nur an Mangelernährung leiden, die durch eine verstärkte Kalorienzufuhr zu lindern wäre, sondern dass sie einen regelrechten körperlichen Verfall mit gravierendem Verlust von Muskelmasse und erheblichen negativen Folgen für die unterschiedlichsten Funktionen des Körpers aufweisen. Ursula Lukas konnte in ihrer Übersichtsarbeit zusammen mit Ko-Autorin D. White belegen, dass eine intradialytische parenterale Ernährung (IDPN), die die Dialyseverluste ausgleicht oder darüber hinausgeht, die Serum-Albumin-Spiegel bei Dialysepatienten erhöht und so zu einer besseren Überlebensrate beiträgt. Preiswürdig, befand die Jury!

Auf den zweiten Platz kam ein Poster einer Arbeitsgruppe Studierender der Hochschule Fulda. Anna Sidorenko, Sylvia Geißendörfer, Medeleine Klös und Maximilian Welbertz hatten zusammen mit Professorin Dr. Sigrid Hahn den Einfluss des Gestationsdiabetes auf den Alltag und das Verhalten werdender Mütter untersucht. Die qualitative Fallstudie fußte auf leitfadengestützten Interviews mit einer Ärztin, einer Diabetesberaterin und Gestationsdiabetikerinnen. Daraus konnten wichtige Hypothesen abgeleitet werden, u.a. dass es seltener zu einer Insulintherapie kommen muss, je höher das Ernährungsbewusstsein der Frauen ist. Ob eine qualifizierte Ernährungsberatung das Kontingent der Frauen mit Insulintherapie senkt, ist jetzt in weiteren Studien zu prüfen. Die Jury beeindruckte nicht nur das Poster an sich, sondern vor allem auch die fundierte mündliche Erläuterung der Arbeitsgruppe.

Mit dem dritten Platz zeichneten die Juroren ein Poster von Diätassistentin Petra Grieße zum Thema Kuhmilchproteinallergie aus, die damit ihre Abschlussarbeit im Z-Kurs Allergologie präsentierte. Hier sei ein schwieriges Thema umfassend, kompakt und systematisch veranschaulicht worden, sagte Silke Zur. 

Insgesamt zeigte sich die Jury außerordentlich angetan von der hohen Qualität der unterschiedlichen Poster sowie von der Bandbreite und der kommunikativen Aufbereitung der Themenfelder: Sie reichten vom Berufsfeld der Diätassistenten, dem Speisenangebot in Krankenhäusern, den Ernährungsempfehlungen für Krebspatienten nach Abschluss einer Behandlung (mittels YouTube-Video) bis hin zu Ernährungsanforderungen bei chronischen Wundheilungsstörungen, zum Screening Mangelernährung, zu Fischallergie und Adipositas-Problematiken. 

Über die rege Beteiligung an der Posterpräsentation sowie über die Anzahl der eingereichten Poster freute  sich das Präsidium des VDD besonders. Es biete Kollegen aller Themenbereiche  (wissenschaftlich, praktisch oder projektbezogen) die Möglichkeit, sich zu präsentieren und Ergebnisse vorzustellen, berichtete Lars Selig.

Die Preisträger (v.l.): Petra Grieße (Platz 3), Ursula Lukas (Platz 1) und Sylvia Geißendörfer (Platz 2) beim 57. Bundeskongress des Verbandes der Diätassistenten 2015 im Congress Park in Wolfsburg. (Foto: Christian Augustin)