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Wie passt eine verbandsübergreifende Zertifizierungsplattform zu den Satzungsaufgaben des VDD?

Unter §2 der VDD Satzung sind Zweck und Ziele des Verbandes definiert. Besonders Abs.1 d, e und g sowie Abs. 2 sehen wir durch die Schaffung einer verbandsübergreifenden Plattform verfolgt:

Der VDD ist die berufsständische Vertretung der Diätassistenten und setzt sich für
die berufliche Förderung seiner Mitglieder ein und vertritt die berufspolitischen und
sozialen Interessen der Berufsgruppe der Diätassistenten. Er nimmt sich der
Weiterentwicklung des Berufes an mit dem Ziel, die bestmögliche Ernährungstherapie
und Ernährungsberatung sicher zu stellen.

    § 2 Zweck und Ziele des VDD

    1) Im Rahmen dieser Zielstellung ist die Arbeit des VDD vor allem ausgerichtet auf:

    a) die Berufsgruppe als professionell und eigenverantwortlich handelnden Beruf in der Ernährungstherapie und Ernährungsberatung zu entwickeln und die Attraktivität des Berufes zu steigern;

    b) die Entwicklung und Förderung der Diätetik zu einer Handlungswissenschaft und Weiterentwicklung der fachspezifischen Expertise von Diätassistenten;

    c) die Implementierung und Etablierung der evidenzbasierten Diätetik und des prozessgeleiteten Handels als Maxime für alle Berufsangehörigen;

    d) eine hohe Qualität in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Diätassistenten;

    e) die Sicherung der Arbeitsplätze und Verbesserung der Arbeitsbedingungen;

    f) die internationale Zusammenarbeit zur Weiterentwicklung der Diätetik;

    g) die Bekanntmachung des Berufsbildes bei Entscheidungsträgern und in der Bevölkerung;

    h) Vertragsverhandlungen mit den Leistungsträgern.

     

    2) Der VDD ist darüber hinaus zur Wahrnehmung der Interessen des gesamten Berufsstandes der Diätassistenten verpflichtet.

      

    Wir glauben, dass ein einheitliches Therapiezertifikat und eine gemeinsame Plattform die Mitglieder und Diätassistenten in ihren Arbeitsfeldern stärken, Arbeitsplätze sichern und das Berufsbild der Ernährungstherapie bekannter machen, denn

    • mit unserem Berufsgesetz bzw. der Ausbildungs- und Prüfungsordnung setzen wir die Spielregeln für die Zulassung zum Zertifikat fest
    • die Idee ist: 1 Plattform mit zahlreichen Diätassistenten → weg vom Zufallsfund
    • eine Plattform mit vielen Akteuren ist attraktiver als mehrere Plattformen mit wenigen Akteuren
    • wir bündeln die der Marketingkräfte aus den Verbänden
    • wir arbeiten miteinander, statt gegeneinander bzw. nebeneinander her
    • wir stärken den Patientenschutz und machen qualifizierte Ernährungstherapie leichter auffindbar

    Warum nicht einfach weiter so wie bisher?

    Der Zugang zu qualitätsgesicherter Ernährungstherapie ist für kranke Menschen nach wie vor schwierig. Diätassistenten, als einziger geregelter Heilberuf im Bereich Ernährungstherapie, werden durch die von den Krankenkassen festgelegten Anforderungskriterien mit ungeregelten Studiengängen gleichgestellt. Die Regelungen des G-BA sehen klar die Zulassung anderer Leistungserbringer vor.
    Die Studien-Absolventen verfügen aber nicht über einheitliche Studieninhalte und werden nicht regelhaft am Patienten direkt ausgebildet. Durch den Bologna-Prozess hat sich der Anteil von ernährungsbezogenen Studiengängen in den letzten 20 Jahren unüberschaubar vervielfacht. Hier die Spreu vom Weizen zu trennen, wird immer unübersichtlicher. Deshalb halten es die an Planung von E-Zert beteiligten Verbände auch aus Sicht des Patientenschutzes für notwendig, die Chance zu nutzen, über die Plattform das Niveau der Ausbildung der Diätassistenten als maßgeblichen Bench-Mark zu etablieren und den Zugang zum Markt Ernährungstherapie transparenter zu regeln.

    Je weniger verschiedene Zertifikate und Listungen es gibt, die aktuell zu ¾ Studienabgänger und in der Minderheit Diätassistenten als qualifiziert für Ernährungstherapie aufführen, desto eher werden Diätassistenten auch als qualifizierte Berufsgruppe wahrgenommen. Viele ambulant tätige Diätassistenten erwerben mehrere der aktuell akzeptierten Zertifikate, um besser gefunden zu werden. Das ist für viele ein großer zeitlicher und finanzieller Aufwand. Rückmeldungen zuweisender Ärzte, Rehaeinrichtungen oder Kliniken sowie Berichte von Patienten zeigen, dass trotz der bestehenden Zertifikate und den damit verbundenen Listen zertifizierter Kräfte, meist eine lange Odyssee erforderlich ist, bis man an qualifizierte Ernährungstherapeuten in seiner Region gelangt.

    Die Plattform richtet sich hauptsächlich auf den ambulanten Sektor, trotzdem kann sie unterstützend auf andere berufspolitische Felder ausstrahlen, wie

    • auf Ausschreibungen von Kliniken, denen immer öfter die Berufsbezeichnung Diätassistent fehlt  und "Ernährungsberater" gesucht werden
    • das Pflegestärkungsgesetz
    • Adipositasberater /Adiposiologe

    Die Bepunktung der Fortbildungsmaßnahmen durch eine unabhängige Zertifizierungskommission erachten wir als einen wichtigen Schritt für die Wahrung und Stärkung der Qualität in der Fort- und Weiterbildung von Diätassistenten.