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Wie wirkt sich die Plattform auf die Bewerbungslage an Diätschulen, die längst überfällige Novellierung und das Fortbestehen des Berufsbildes Diätassistentin/Diätassistent aus?

Die Bewerberlage an den Schulen ist seit Jahren rückläufig. Auch die Schulgeldfreiheit in verschiedenen Bundesländern und die Einführung von Ausbildungsvergütung an vielen Einrichtungen konnten diesen Trend nicht umfänglich stoppen.

Gründe dafür sind vielfältig

  • allgemeiner Rückgang qualifizierter Schulabgänger
  • hohes Interesse an Studiengängen insgesamt bei entsprechend qualifizierten Schulabgängern
  • eine Vielzahlzahl von Studiengängen im Bereich Ernährung und Gesundheit
  • rückläufiges Interesse an Berufen im Gesundheitswesen

Die Zertifizierung über die Plattform stellt die Ausbildung nach unserer Auffassung nicht unattraktiv dar, im Gegenteil: Studiengangsabsolventen werden vergleichbar mit Studiengangsabsolventen aus dem Ausland auf die Äquivalenz zur Diätassistentenausbildung überprüft. Da bereits die Überprüfung der Präventionskriterien nicht für alle Studiengangsabsolventen einfach zu erfüllen ist und die geforderten 50 ECTS (1 Jahr) Tätigkeit in einem therapeutischen Setting notwendig sind, ist die weitestgehend vergütete Ausbildung zum Diätassistenten durchaus attraktiv, da sie alle Anforderungen inkludiert.

These:

Hochschulen und Universitäten verändern vergleichsweise schnell bestehende Studienprogrammen. Sie werden sich den Anforderungen des gemeinsamen Zertifikates und der Registrierungsplattform anpassen und somit zu unmittelbarer Konkurrenz zu den Schulen für Diätassistenten stehen.

Unsere Position:

Zum einen richtet sich die Zertifizierung zunächst an Berufsaktive, die bisher auf Präventionsniveau überprüft werden. Das Anheben des Niveaus dient dem Patientenschutz, die gemeinsame Verortung auf einer Plattform zeigt die hohe Kompetenz der Diätassistenten.

Zum anderen ist es gelebte Realität, dass Hochschulen ihre Studienprogramme entsprechend des Markts ändern. Sie versuchen - wie auch bei der Einführung des DGE-Zertifikats auf Präventionsebene, damals unter Beteiligung des VDDs- die Studieninhalte entsprechend anzupassen. Nun haben wir als VDD die Chance, das Diätassistentengesetz bzw. die Ausbildungs- und Prüfungsordnung inhaltlich nahezu vollumfänglich ähnlich einer Äquivalenzüberprüfung als Maßstab zu implementieren. Wir hoffen sehr, dass die Inhalte hinsichtlich Diätetik an Hochschulen ausgebaut werden. Das könnte für akademisierte Diätassistenten Stellen in der Lehre und Forschung bedeuten und somit z.B. den G-NCP auch in die Hochschulen zu bringen.

Solange es keine grundständige Akademisierung der Diätassistenten gibt, existieren Studiengänge im Bereich Ernährung und Ökotrophologie dennoch weiter. Vielleicht bahnt der Bedarf an mehr Diätetik an den Hochschulen Strukturen für die hoffentlich bald startende Modellphase der grundständig akademischen Ausbildung. Aber auch mit der Anpassung der Studiengänge an die theoretischen Anforderungen bietet die Ausbildung den Praxiseinsatz inklusive und bezahlt. Beide Aspekte sind ein klarer Wettbewerbsvorteil für Schulen.

Damit sehen der VDD und auch die teilnehmenden Partner die Plattform als einen wichtigen Zwischenschritt für eine zeitnahe Novellierung des Berufsgesetzes und die Akademisierung der Diätassistenten.